Kevin Fehling


3-Sterne-Koch und Inhaber
von The Table

Meine Leidenschaft
Kochen, Musik

 

 

  • "Ziele kann man nur erreichen, wenn man welche hat und daran glaubt. Dann wird es auch so geschehen."

Q&A

mit Kevin Fehling

Woher nimmst du deine Inspiration?

Meine Inspiration – gerade auch für neue Gerichte – finde ich überall auf der ganzen Welt. Es kann ein Urlaub sein, eine besondere Geschichte mit meiner Tochter oder auch ganz banale oder alltägliche Dinge. Nehmen wir beispielsweise ein Produkt wie Glenfiddich. Daraus haben wir eine köstliche Whisky-Hollandaise kreiert. Das spannende im Entwicklungsprozess war, sich intensiv mit der Marke und dem Produkt zu beschäftigen. Woher kommt der Single Malt? Was macht Schottland so besonders und wie können wir schottische Akzente mit auf den Teller bringen? Ist es, wie bei dem Whisky möglich, das Fleisch auf dem Teller durch Holz zu aromatisieren? So sind es wohl auch harte Arbeit, Zeit und fortlaufende Gedanken, die einen weiterbringen und letztendlich zur Inspiration führen. Für die Kreation neuer Gerichte nehmen mein Team und ich uns beispielsweise eine Vorlaufzeit von 2,5 Monaten, um am Ende Perfektion auf den Teller zu zaubern. Manchmal sind es aber auch kulinarische Erlebnisse, ganz unabhängig von der Sternegastronomie, die unheimlich inspirierend wirken können.

Was treibt dich an und bestärkt dich, deine Ideen in die Tat umzusetzen?

Das ist schwer zu sagen. Im Endeffekt geht es darum, meine Kreativität und eigene Energie auszuleben. Ich blicke nicht zurück, sondern konzentriere mich lieber auf das was kommt und wo ich mich in den kommenden 10 Jahren sehe. Schließlich möchte ich, dass es meiner Familie und mir gut geht und ich möchte ein beständiges Fundament für die Zukunft schaffen. Kochen ist meine Leidenschaft, das Genießen von guten Speisen und Getränken macht einfach Spaß und darf nicht aufgezwungen sein. Es geht darum, sich fallen zu lassen. Genau das ist es wohl, was mich antreibt. Mit The Table wollte ich ein Restaurant schaffen, bei dem der Gast, der Service und die Küche miteinander verschmelzen, bei der ein spießiger Restaurantbesuch einer entspannten Esszimmeratmosphäre mit gleicher Perfektion weicht. Das ist mir, denke ich, gelungen.

Was ist dein Traum? Deine Vision?

Mit meinem eigenen 3-Sterne-Restaurant in Hamburg habe ich mir meinen Traum bereits erfüllt. Jetzt wünsche ich mir natürlich The Table wirtschaftlich erfolgreich weiterzuführen, meine eigene Handschrift auf dem Teller stets zu verfeinern und die Suche nach der Perfektion nicht aufzugeben.

Wie gehst du mit Fehlern / Niederlagen um?

Da bin ich ehrlich gesagt sehr konsequent. Wenn beispielsweise ein Gericht nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben, dann kommt es einfach nicht auf die Karte. Kleine Misserfolge gehören einfach dazu und müssen dann durch vollen Ehrgeiz ausgeglichen werden, um etwas Neues zu kreieren. Ich denke es ist wichtig, bewusst in der Gegenwart zu leben und seine Ziele im Blick zu behalten. Dabei können die Ziele nur erreicht werden, wenn man überhaupt welche hat und daran glaubt. Dann wird es auch so geschehen. 

Welchen Rat würdest du anderen mit auf den Weg geben?

"Lebe die Vielfalt des Lebens im Gleichgewicht“.  Diesen Spruch führe ich mir selbst immer wieder vor Augen und lebe ihn tagtäglich. Ich höre die unterschiedlichsten Musikrichtungen und liebe die Vielfältigkeit der Kulinarik – von Pizza bis hin zu Sushi, von Menüs in 3-Sterne-Restaurants bis hin zu der kreativen 1-Sterne-Küche. Das erweitert den Horizont und macht einfach Lust auf mehr.

Wer ist dein größter Kritiker?

Das bin eindeutig ich selbst. Seit über 12 Jahren bin ich mittlerweile Küchenchef, aber erst seit zwei Jahren habe ich ein gutes Gefühl, wenn die Gerichte den Pass verlassen. Jeder einzelne Teller in meinem Restaurant erzählt seine ganz eigene Geschichte, dabei trifft höchste Qualität auf leidenschaftliches Handwerk. All das in Kombination ist jedes Mal aufs Neue eine wahre Herausforderung – vielleicht bin ich daher so selbstkritisch. Mein Team und ich möchten uns stets weiterentwickeln, unsere Gäste mit besonderen Geschmackserlebnissen überraschen. Jedes neue Gericht muss also besser sein, sonst bleiben wir stehen.